EZPERANZA »Kilt the Konvention«

Der Vierer agiert ein wenig genreübergreifend und klingt deshalb leicht modern. Einerseits kommen aggressive Ausbrüche zum Tragen wie auch besinnliche Momente. Darüberhinaus wirkt es mal poppig, mal schrammlig, ein paar hypnotische Riffs, ein wenig Groove, mal klassiche Rockmusik, mal kreuzüber. EZPERANZA sind schwer zu fassen, haben ihre durchaus guten Seiten, zerhobeln mit zwischengeschobenen Breaks und Strukturenbrechungen aber immer wieder die Linien der Songs, was letztlich dafür sorgt, daß keine Songs im Ohr hängen bleiben sondern höchstens Sequenzen. Zudem hat Jacek eine Art zu singen, die teilweise hart an die Art rangeht, die ich persönlich nicht ab kann. Da kommt der weinerliche Laberkopp zum Vorschein mit Vibrationen, die mich einfach nur abstoßen. Wenn er ein wenig aggressiver zu Werke geht, ist es weitestgehend okay, auch wenn er dabei sehr gepreßt wirkt. Schade eigentlich, liegt entweder an der Stimmlage oder falschen Vorbildern...

oje

 

TRANSMISSION CLUB »Taste me«

Hier ist der Gesang ein wenig rauher und soll eigentlich melancholisch wirken. Kommt allerdings eher kraftlos dahingenölt rüber und gefällt mir demzufolge auch nicht sonderlich. Könnte eventuell aber auch an der Produktion liegen, denn die Band mußte selbst ihren Sparstrumpf plündern, um die Mini auf die Beine zu stellen. Musikalisch liegt der CLUB, wie sie sich selbst liebevoll nennen, bei eingängigen Songs mit einem gewissen Hang zur Depression bzw. Melancholie. Es geht nicht übermäßig flott zur Sache und man setzt durchaus auf bratende Gitarren. Abrupte Wechsel oder gar wirren Stilmischmasch umgehen sie, nennen ihre Musik auch harmonisch. Und so muß eben alles ineinanderlaufen, was den sanften Fluß der Songs bewirkt. Ihr könnt den CLUB unter www.transmissionclub.net besuchen.

oje

 

ZOO ARMY »507«

Ex-Teeniestar Gil stellt hier seine neue Band vor. Kein Wunder, daß gleich 'n Album bei rausspringt, obwohl sich die Jungs erst 2005 zusammengerauft haben. Auf der merkwürdig »507« betitelten CD gibt es sowas in der Art von Alternative Rock. Die Band kann gerade so den Schrammelfaktor verbergen, wirkt aber dennoch irgendwie nölig. Glücklicherweise hat Gil keine diesbezügliche Stimme und setzt ein normales Organ dagegen, zeigt, daß man Emotionen im Gesang auch ausleben kann ohne merkwürdige Sänger zu kopieren. Hat der gute wahrscheinlich schon früh gelernt, während andere nix gelernt haben bzw. nicht wollen. Und demzufolge ist ZOO PARTY zwar kein überragendes Album aber durchaus hörbar. Für meinen Geschmack geht es halt zu ruhig zu, wird selten die Kante ausgepackt und die Agro-Attacken in besinnliche Momente hinein, schmecken mir prinzipiell sowieso nicht. Da bilden ZOO PARTY keine Ausnahme. Und so ist die Ballade "Fadin" noch am sinnvollsten, weil einfach eine Linie mit Akustikklampfe durchgezogen. Paßt Gils leicht rauhes Organ übrigens sehr gut zu. Ansonsten könnte das Material straighter sein...

oje